Neues Tanklöschfahrzeug TLF 4000 erhielt kirchlichen Segen

Nachdem bereits seit Ende letzten Jahres ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 4000 mit dem Funkrufnamen „Florian Burghausen 23/1“ im Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr seinen Dienst verrichtet, hat es am vergangenen Samstag auch den kirchlichen Segen an der Pfarrkirche Zu Unserer Lieben Frau erhalten. Gemeinsam sprachen der katholische Stadtpfarrer Erwin Jaindl, sowie der evangelische Pfarrer Dr. Diethard Buchstädt auf dem Kirchenvorplatz die Segenswünsche aus, wo das neue Fahrzeug im Beisein der Kirchengemeinde und von zahlreichen Feuerwehrangehörigen, sowie geladenen Ehrengästen mit Blumenschmuck erstrahlte. Beim anschließenden Festakt in der Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses gab Vorsitzender Markus Szehr nach seiner Begrüßung zu bedenken, dass die Ersatzbeschaffung wohl als historisch bezeichnet werden kann. Das 1988 angeschaffte Vorgängerfahrzeug verrichtete immerhin 37 Jahre seinen Dienst und bewährte sich bei zahllosen Einsätzen, in dem es die Wasserversorgung sicherstellte. Auf die Vorteile und technischen Eigenschaften des von der Funktion her gleichen neuen Tanklöschfahrzeuges ging Kommandant Florian Hobmeier in seiner Ansprache ein.

Neben 5.500 Litern Wasser und 500 Liter Schaummittel führt das Fahrzeug Sonderlöschmittel in Form von ABC-Löschpulver, Metallbrandpulver und CO₂ mit. Durch die enorme Menge an mitgeführten Löschmitteln kann das Fahrzeug vor allem bei Einsätzen seine Vorteile ausspielen, wo keine geregelte Löschwasserversorgung vor Ort gegeben ist, so wie es bspw. bei Objekten und Verkehrswegen im außerstädtischen Bereich oder bei Vegetationsbränden der Fall ist. Seine Premiere hatte das Fahrzeug bereits bei den Helmbrechtsspielen im August 2025, wo es bei allen Hauptproben und Aufführungen unbemerkt im Hintergrund stand, die Sicherheitswache der Feuerwehr unterstützte und den Brandschutz auf dem Bergerhofgelände sicherstellte. Doch auch bei zahlreichen alarmierten Einsätzen konnte das neue Fahrzeug bereits wertvolle Dienste leisten. Unter anderem war es beim Brand eines Wohnhaues im März in Marktl im Pendelverkehr eingesetzt und lieferte mit seinem Tankinhalt notwendiges Wasser für die Löscharbeiten. Ein über eine Funkfernbedienung steuerbarer Dachmonitor mit einer Wurfweite von 65 Metern oder ein mitgeführter Faltbehälter mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Litern stellen nur einige Beispiele aus der einsatztaktisch wertvollen Ausstattung des Fahrzeuges dar. Die Beschaffungskosten inklusive der feuerwehrtechnischen Ausrüstung beliefen sich inkl. MwSt. auf 495.000 €, von denen 121.000 € als Zuschuss vom Freistaat Bayern zur Verfügung gestellt wurden. „Hierbei haben wir es noch gut erwischt und konnten das Fahrzeug zu einem verhältnismäßig günstigen Preis anschaffen“, erklärte Kommandant Hobmeier, welcher sich mit einem eigenen Arbeitskreis für die Planung, Ausschreibung und Beschaffung verantwortlich zeichnete. Aufgrund der enormen Preissteigerungen der jüngsten Zeit würde das gleiche Fahrzeug mit etwa 700.000 € -750.000 € zu Buche schlagen, würde man es heute ausschreiben. Das neue Fahrzeug mit einer Motorleistung von 260 kW auf Mercedes-Benz Arocs-Fahrgestell hat 18.000 kg zulässiges Gesamtgewicht und bietet trotz der umfangreichen Beladung noch eine Gewichtsreserve von 500 kg. Der Zuschlag für den feuerwehrtechnischen Aufbau ging an die Firma Ziegler mit Fertigungsstandort im sächsischen Mühlau.

Erster Bürgermeister Florian Schneider unterstrich in seinem Grußwort den Rückhalt der ehrenamtlichen Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr durch die Stadt Burghausen mit dem gesamten Stadtrat und dankte für diese. „Mit dem entsprechenden Weitblick aller Verantwortlichen gelingt es uns, notwendige Investitionen entsprechend zu planen und zu realisieren, um unsere Feuerwehren auch künftig gut aufgestellt zu wissen“, so Schneider.

Den enormen Einsatzwert des neuen Fahrzeugs betonte Kreisbrandrat Vincenzo Bucci und informierte, dass im Landkreis bei den Freiwilligen Feuerwehren Altötting und Töging zwei weitere Tanklöschfahrzeuge dieser Art stationiert sind. „Allzeit gute Fahrt und eine unbeschadete Heimkehr von Einsatz und Übung mit dem neuen Fahrzeug“ wünschte der Kreisbrandrat abschließend und überreichte eine gesegnete Christophorus-Plakette, welche im Fahrerraum angebracht wurde.