Volles Programm beim „24-Stundentag“ für die Jugendfeuerwehr

Es ist schlechthin das Wochenende, auf das der Feuerwehrnachwuchs seit langer Zeit hinfiebert; der sogennante „24-Stundentag“. Ausrücken und sich unvorbereitet Einsatzlagen gegenüber zu sehen, wie die erwachsenen ehrenamtlichen Einsatzkräfte, stellt für die Mitglieder der Jugendfeuerwehr ein außerordentliches Erlebnis am Beginn ihrer feuerwehrtechnischen Laufbahn dar. Während die Erwachsenen im Einsatzfall durch das Auslösen ihres Funkmeldeempfängers aus dem Alltag gerissen werden und aus Freizeit und Beruf binnen weniger Minuten zum Feuerwehrhaus eilen, durften die Mitglieder der Jugendfeuerwehr am vergangenen Wochenende 24 Stunden im Feuerwehrhaus verbringen und sich dort zu jeder Tages- und Nachtzeit den Herausforderungen des Dienstes am Nächsten gegenübergestellt sehen. Dass dies möglich war und realitätsnah geschehen kann, hatte ein mehrköpfiges Organisationsteam um Jugendbetreuer Tim Weber mit mehreren Wochen Planungsvorlauf, ein abwechslungsreiches Programm ausgearbeitet.

Nachdem die stolze Anzahl von 18 Jugendlichen am Samstagmorgen ihren Dienst angetreten und Ausrüstung und Gerät im Rahmen einer Fahrzeugübernahme auf Funktion und Vollständigkeit überprüft hatte, sollte es nicht lange dauern, bis die Funkmeldeempfänger der Jugendlichen das erste Mal Alarm schlagen sollten. Erstmals konnte die Alarmierung über Pager realitätsnah nachgestellt werden, da die Firma Feuerwehrstore.de dankenswerterweise kostenlos spezielle Funkmeldeempfänger zur Verfügung stellte. Der erste Alarm führte die Jugendlichen zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage ins Mautnerschloss. Vor Ort war nach einer Erkundung durch den Einsatzleiter schnell klar, dass die Alarmauslösung auf technische Gründe zurückzuführen ist und es sich um einen Fehlalarm handelt.

Spektakulärer gestaltete sich ein Brandeinsatz im Freien am Waldpark Lindach, wo ein mit Holzabfällen beladener Container in Vollbrand stand und von den Jugendlichen erfolgreich abgelöscht werden konnte. Das nächste angenommene Unglück ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Eine in einen Schacht gestürzte Person im Umgriff des Liebfrauen-Kindergartens war das nächste Szenario, bei welchem der Nachwuchs die Personenrettung aus der Tiefe durchführen musste, ehe wieder eingerückt werden konnte. Auch die Zeit zwischen den Einsätzen wurde am Feuerwehrhaus von den Organisatoren sinnvoll gestaltet, weshalb zu keinem Zeitpunkt Langeweile einkehrte. Eine Funkschnitzeljagd oder auch eine praktische Unterweisung im richtigen Umgang mit Handfeuerlöschern überbrückten die Wartezeit bis zum nächsten Alarm.

Dieser ging am späten Nachmittag ein. Auf der Baustelle des Studentenwohnheims in der Mehringer Straße war ein Brand ausgebrochen und mehrere Personen galten als vermisst. Zur Unterstützung wurde hier die Jugendfeuerwehr Raitenhaslach und die Jugend der BRK-Bereitschaft hinzugezogen. „Es ist wichtig, dass unser Nachwuchs die wehr- und organisationsübergreifende Zusammenarbeit bereits von Anfang an kennen und schätzen lernt, welche bei Lagen dieses Ausmaßes unabdingbar ist“, erklärte 1. Kommandant Florian Hobmeier, welcher sich unter die zahlreichen Beobachter der Abschlussübung reihte.

Bei einem gemeinsamen Abendessen vom Grill konnte Rückschau auf einen abwechslungsreichen Tag gehalten werden. Ein weiterer Alarm zu einer dringenden Türöffnung, welcher allerdings kein weiteres Eingreifen erforderte, bildete den Abschluss, ehe die Jugendlichen die mehr als verdiente Nachtruhe antreten und am nächsten Tag nach einem stärkenden Frühstück zu ihren Familien heimkehren konnten.

Der Eintritt in die Jugendfeuerwehr ist ab der Vollendung des 12. Lebensjahres möglich. Interessierte sind jeden Montag um 18 Uhr herzlich ins Feuerwehrhaus in der Unghauser Straße eingeladen.

Hinweis: Die verwendeten „Atemschutzgeräte“ sind Dummys. Diese sind so präpariert, dass die Jugendlichen keinen Atemwiderstand haben. Alle Übungseinsätze wurden unter Abwägung aller geltenden Sicherheitsaspekte ohne Gefährdung für die Jugendlichen durchgeführt und durch erwachsene Einsatzkräfte abgesichert.