Wahrlich Historisches ereignete sich am vergangenen Freitag an der Oberösterreichischen Landes-Feuerwehrschule in Linz, als drei Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Burghausen am Landes-Funkleistungsbewerb in der höchsten Stufe teilnahmen. Sie waren immerhin die ersten Angehörigen einer deutschen Feuerwehr, die sich der anspruchsvollen und hochangesehenen Leistungsprüfung in Funk, Kommunikation und Aufgaben in der Einsatzleitung (FKAE) in der Stufe Gold stellten. Um dies festzustellen, mussten die Organisatoren vom Oberösterreichischen Landesfeuerwehrverband tief im Archiv graben, denn die Leistungsprüfung in Gold wurde bereits zum 41. Mal seit ihrem Bestehen durchgeführt, wie Lehrgangs- und Bewerbsadministrator HLM Stefan Hackl bestätige.
Dass die Prüfung ausgerechnet auf einen Freitag den Dreizehnten fiel, sollte sich nicht als schlechtes Omen erweisen. Die beiden Burghauser Feuerwehrfrauen Catharina und Magdalena Huber, sowie Dritter Kommandant Christian Kraus konnten alle Prüfungsdisziplinen bestehen und sich dieses besondere Abzeichen sichern. Bereits in den Vorjahren waren sie in den vom Schwierigkeitsgrad ebenso nicht zu unterschätzenden Stufen Bronze und Silber erfolgreich, ehe es in diesem Jahr am Freitag den Dreizehnten frühmorgens um 4 Uhr ein weiteres Mal für Gold nach Linz ging. Eindrucksvoll und imposant war bereits der Morgenappell, welcher die drei Burghauser auf dem Gelände der Landesfeuerwehrschule nach rund zweistündiger Anreise erwartete. Der Innenhof glich an diesem Morgen eher einem Paradeplatz, als einer reinen Funktionsfläche. Eine enorme Anzahl von 220 Bewertern und 359 Feuerwehrfrauen und -männer aus ganz Oberösterreich formierten sich in großen Blöcken zum Morgenappell mit Hymne und Hissen der Lehrgangsflagge in den österreichischen Nationalfarben.
Eine Mischung aus gehörigem Respekt vor der anstehenden Prüfung kombiniert mit dem Wohlwissen über das eigene Können angesichts der intensiven wochenlagen Vorbereitung dürfte das Stimmungsbild der drei Burghauser wohl am besten beschreiben, welches an diesem Morgen vorherrschte. Aufgrund von zahllosen Stunden des Eigenstudiums und fünf Vorbereitungsterminen in Präsenz in verschiedenen Feuerwehren des Abschnitts Wildshut fühlten sie sich gut gerüstet für die anstehende Prüfung, welche den Abschluss einer mehrstufigen Ausbildung im Lotsen- und Nachrichtendienst darstellt und als wesentlicher Baustein für Führungskräfte innerhalb österreichischer Feuerwehren gilt. Jeweils unter strenger Zeitvorgabe ging es dann in die fünf verschiedenen Prüfungsdisziplinen. Im schriftlichen Teil wurde theoretisches Wissen abgefragt.Besonders anspruchsvoll war hierbei, dass teilweise bis zu acht Freitextantworten je Prüfungsfrage richtig formuliert werden mussten. Im Teil „Lotsendienst“ folgte die praktische Umsetzung von Verkehrsleitungsaufgaben, ehe sich die Prüflinge in der Einsatzführungsunterstützung beweisen mussten. Hier galt es, die Einsatzleitung nach einem streng-reglementierten Schema durch effektive Kommunikation zu unterstützen. Ähnliches galt für den nächsten Teil, als das korrekte Abwickeln des Funkverkehrs in der Nachrichtenzentrale penibel geprüft wurde. Den fünften und letzten Teil der Prüfung bildete die Kategorie „Einsatzskizze“, wo es um die Erstellung von Lageplänen zur Einsatzdokumentation geht.
Gehöriger Druck fiel von den drei Burghauser Feuerwehrdienstleistenden ab, als ihnen bei der feierlichen Abschlusszeremonie das Abzeichen überreicht wurde und alle Drei somit die Leistungsprüfung mit Erfolg hinter sich gebracht hatten. „In diesem Moment wussten wir, dass sich all die Mühen gelohnt haben und wir waren einfach nur noch glücklich“, erklärten die erst 22 Jahre alten Zwillingsschwestern Catharina und Magdalena Huber, welche seit ihrer Jugend Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Burghausen sind. Wie anspruchsvoll die Prüfung tatsächlich war, zeigte, dass 32 der 359 Prüflinge an diesem Tag ohne Erfolg teilnahmen.
Als Abzeichen, das die besondere Verbindung der Burghauser Feuerwehr mit den österreichischen Wehren, insbesondere mit der Feuerwehr Ach, hervorhebt, ordnet es Christian Kraus ein, welcher Dritter Kommandant in Burghausen ist. „An dieser Stelle möchte ich mich bei allen österreichischen Kameraden bedanken, welche uns bei der Ausbildung und Vorbereitung zur Seite gestanden sind und bis zum heutigen erfolgreichen Abschluss begleitet haben“, erklärt Kraus. Vor allem HBI d. F. Manuel Wimmer von der Freiwilligen Feuerwehr Ach stand den Burghauser Feuerwehrdienstleistenden als eine Art Mentor für alle Fragen im Vorfeld zur Verfügung, welchem besonders großer Dank gebührt. Zu den ersten Gratulanten zählte der eigens aus Braunau angereiste Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Franz Baier, welcher seine Wertschätzung für die grenzübergreifende Zusammenarbeit zum Ausdruck brachte.
Bildnachweis: Bewerter Bezirk Braunau (Bezirksfeuerwehrkommando Braunau)




